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Nach dem Heiratsantrag kommt erst einmal die Zeit der Verwirrung. Die Gratulanten fragen alle nach dem möglichen Termin und spekulieren auf einem Platz auf der Gästeliste, meine Mum spricht ununterbrochen von Herzluftballons und das mein Kleid ja nicht wie eine Quarktasche aussehen solle (großes Fragezeichen in meinem Kopf) und der Bärtige lehnt sich entspannt zurück. Sein Job ist getan, der Antrag ist raus, der Ring an meinem Finger, alles andere scheint noch weit entfernt. Nun stehe ich also alleine da, versinke in Brautmodenzeitschriften und bekommen eine Ahnung von dem was meine Mutter als Quarktasche bezeichnet. Ich habe keine Ahnung was zu tun ist und der Bärtige ist auch keine besonders große Hilfe. Er spricht davon das noch Zeit sei, während jeder um mich herum mit dem Finger auf die Uhr tippt. Allein sein geht nicht –  was benötigt wird, ist eine Verbündete. Eine, die zwar wie ich keine Ahnung von Off-Weiß und Eierschale hat, aber bereit ist sich mit dem ganzen Mist auseinanderzusetzen. Eine, die ohne Murren und Knurren, mit mir Kleider anschaut und meine Mum im Zaum hält. Dafür gibt es nur eine: Caro. Schon vor einigen Jahren war klar, dass sie einmal meine Trauzeugin wird. Aber heute bin ich um so glücklicher, dass sie meine Bitte angenommen hat. Eine Trauzeugin sollte nicht ohne Bedacht gewählt werden, schließlich muss die Arme so einiges überstehe. Zeitgleich sollte man als Braut aber auch nicht die höchsten Erwartungen an sie stellen, außer die Frau ist zufälligerweise eine erfolgreiche Weddingplanerin. Man darf nicht das selbe Bild von einer Traumhochzeit im Kopf haben, sonst gibt es Ärger, sie darf keine romantischen Gefühle gegenüber dem Bräutigam (oder der Braut) haben (noch mehr Ärger), man darf die Trauzeugin nicht in hässliche Kleider stecken (sie wird sich eines Tages fies rächen), man darf ihr nicht zuviel zumuten (sie kann nicht hexen) und sie sollte der Mensch sein, dem man am meisten auf der Welt vertraut. Das ich eine sehr gute Wahl getroffen habe, merkt ich als sie meiner Mum sofort die Luftballons ausredete. Gefragt hatte ich sie sofort nach meinem Antrag und da mir das im Nachhinein etwas schnöde erschien, tat ich es letzte Woche noch einmal. Diesmal mit einem wunderbaren Ring. Denn es ist schon so, dass eine Hochzeit nur wirklich Spass machen kann, wenn man die wichtigsten Menschen um sich herum hat. Nur dann kann man es genießen und hat auch keine Bange vor dem was noch kommen mag. Ich weiß noch immer nicht, was genau alles auf mich zukommt. Aber ich habe nun jemanden an meiner Seite, der mir hilft das alles zu überleben. Nur ein Problem bleibt bei der ganzen Sache noch. Ich muss die Hochzeit absagen, wenn Caro krank wird!

Diese schöne Karte hat der liebe Jochen für mich gemacht, damit ich Caro einen ordentlichen Trauzeugenantrag machen kann.

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